Loslassen ist eine Frage des Alters!

Wussten Sie, dass Kinder die wahren Meister des Loslassens sind? Und was man spätestens mit 50 übers Loslassen wissen sollte? Jetzt mehr erfahren.

Schatten einer Frau sitzend und blick im Abendrot nach vorne. im Kopf ist der Bild des Sonnenuntergangs abgebildet

Kindheit: Austesten, bis der Arzt kommt

Sind Sie als Kind auch so aktiv gewesen und haben einfach alles mal ausprobiert? In der Kindheit lassen wir Pläne und Aktivitäten gerne mal fallen und wenden uns neuen spannenderen Themen zu. Haben wir gerade noch den Sandkasten auf den Kopf gestellt, planen wir als Nächstes unser erstes Bobbycar-Rennen. Danach geht es gleich weiter mit dem Traum von einer Rockstar-Karriere, um sich dann doch für die unterschiedlichsten Berufe zu entscheiden. Sie erinnern sich bestimmt: In jungen Jahren gelang es uns viel besser, Ziele und Pläne aufzugeben. Als Kinder und Jugendliche hatten wir einfach noch keine Verpflichtungen. Und hey, uns standen alle Türen offen, wir hatten alle Zeit der Welt und konnten noch so viel lernen.

Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass meine Eltern mich beim Austesten meiner Möglichkeiten ein wenig ausgebremst hätten. Einfach um mal länger an einem Vorhaben dranzubleiben. Heute weiß ich, dass meine Eltern alles richtig gemacht haben. Denn es hat mir richtig gutgetan, mich in meiner Kindheit frei entfalten zu dürfen. Das andauernde Ausprobieren hat mich erkennen lassen, was mich wirklich interessiert, es hat mich zielstrebiger gemacht.

Das Ausprobieren im Kindes- und jugendlichen Alter ist sehr wichtig für die persönliche Entwicklung. Langfristig trägt es dazu bei, dass wir ein besseres Durchhaltevermögen entwickeln. Ausprobieren und Loslassen ist genauso wichtig wie Dranbleiben, denn nur so lernen wir den Umgang mit Erfolgen und Rückschlägen. So können wir im heranwachsenden Alter wichtige Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen, Wissen erlangen und vor allem herausfinden, was uns wirklich liegt.

Dieser Artikel der Themenreihe „Endlich loslassen können“ verrät Ihnen, wie sich die Fähigkeit des Loslassens im Laufe des Lebens verändert und wie wir daran arbeiten können:

  • Warum können Kinder so gut loslassen?
  • Wann lernen wir das Loslassen am besten?
  • Warum macht uns Loslassen zielstrebiger?
  • Wie finde ich durchs Loslassen neue Ziele?
  • Wie hilfreich ist Loslassen im Laufe des Lebens?


Doch bevor Sie weiterlesen. Überlegen Sie erst mal, woran Sie seit Ihrer Kindheit festgehalten haben bzw. was im Laufe Ihres Lebens zu Ihrer Leidenschaft geworden ist. Für mich ist es der Fußball und vor allem die Musik. Beides bereichert mein Leben seit meiner Kindheit. Wofür schlägt Ihr Herz? Bei welchem Vorhaben lassen Sie nicht locker und bleiben so lange dran, bis Ihr Ziel erreicht ist?

Junge Erwachsene: Die Reise zu sich selbst

Ist Ihnen bewusst, dass junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren ihre Grundsteine fürs Leben legen? Sie probieren aus, was sie beruflich interessiert und überlegen, wie Monat für Monat Geld in Kasse kommen soll. Neben der Festlegung individueller Werte entwickelt sich in diesem Alter das Leben in besonders großen Schritten: erste Partnerschaften, Studium, Ausbildung und so weiter. Junge Erwachsene erforschen sich und ihre Umwelt, testen Vorhaben aus und geben sie auch häufig wieder auf. Das ist gut so. Während dieser Entwicklungsjahre entscheiden wir uns für das, was wir künftig leben wollen, während uns andere Vorhaben schier zur Verzweiflung bringen. In dieser dynamischen Lebensphase stellt sich immer wieder die Frage, ob unsere Pläne und Ziele wirklich lohnenswert sind. Indem Sie Ihre Ziele etc. infrage stellen, kommen Sie natürlich auch mal in eine sogenannte Handlungskrise. Wir zweifeln dann an allem und sind irgendwie blockiert für Entscheidungen. Ich denke, jeder von Ihnen kennt das Gefühl, wenn uns negative Emotionen steuern. Leistungsfähigkeit und körperliches Wohlbefinden fühlen sich auf jeden Fall anders an.

Dennoch ist genau diese Zeit der Selbstzweifel enorm wichtig. Denn in Handlungskrisen stellen wir uns automatisch Fragen, die für unser weiteres Leben ausschlaggebend sind. Wir öffnen unseren Blick für Möglichkeiten. Auf diese Weise stehen wir Veränderungen offener gegenüber, wägen Alternativen ab und können neue Ziele für uns definieren. Was uns in Krisen tröstet, ist die Gewissheit: Je größer eine Krise ist, umso mehr Erkenntnisse nehmen wir fürs Leben mit. Wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen, die unsere Identität festigen.

Midlife: Loslassen und Weichen stellen

Auch die Lebensspanne zwischen 30 und 50 ist richtig dynamisch. Die meisten gründen eine Familie, machen Karriere und verfolgen Ihren Lebensplan. Das zieht sich durch die Jahre, bis es irgendwo hakt. Plötzlich passt irgendwas nicht mehr. Vielleicht wirft ein Schicksalsschlag Ihre Pläne über Bord. Oder Sie merken, dass Sie beruflich alles erreicht haben und dennoch unzufrieden sind. Auf jeden Fall hadern Sie mit dem Erreichten. Was lange funktioniert hat, läuft nicht mehr rund. Spätestens dann ist der Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme gekommen. Nicht erst während der belächelten „Midlife Crises“, sondern meistens schon vorher, stellen wir uns Fragen wie:

  • Bin ich in meinem Job wirklich glücklich?
  • Habe ich den richtigen Beruf gewählt?
  • Wie bekomme ich Familie, Freizeit und Beruf unter einen Hut?
  • Was fehlt mir? Warum bin ich unzufrieden?
  • Warum fällt mir plötzlich alles so schwer?


Viele machen sich das Leben schwer, weil Sie Ihre individuellen Motive (Antreiber), Werte (Prinzipien) und Ziele nicht kennen. Zumindest nicht so detailliert, dass sie passende und realistische Ziele für die nächsten Jahre definieren könnten. In dieser wichtigen Entscheidungsfindung ist der Personality Profiler ein bewährter Klarheitsbringer. Wer diesen wissenschaftlich fundierten Test bei mir online ausfüllt, bekommt schnell Gewissheit über seine individuellen Motive, Werte, Ziele. Und genau diese Erkenntnis ist für den weiteren Lebensweg enorm wichtig, um in der Mitte des Lebens die richtigen Weichen für die kommenden Jahrzehnte zu setzen.

Opa und Enkel rocken vor dem Sofa

Alter bedeutet nicht alles aufzugeben. Aktiv bleiben und es an den körperlichen und geistigen Möglichkeiten anpassen.

AB 50: ABWÄGEN WAS GEHT

Nun weiß ich nicht, in welchem Alter Sie sind. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es spätestens Anfang/Mitte 50 enorm wichtig ist, erkennen zu können, wann man etwas loslassen sollte oder muss. Für mich war es schon erschreckend, wie sich das Alter bemerkbar macht. Egal ob Alterssehschwäche, das Nachlassen des Hörens, die geringere Belastbarkeit und das steigende Bedürfnis nach Erholungspausen. All das zeigt uns, dass wir den Lebensalltag und seine Belastungen unseren individuellen Kräften anpassen sollten. Das bedeutet auch, dass wir uns von Dingen verabschieden müssen, andere Prioritäten setzen und die körperlichen und geistigen Belastungen altersgerecht gestalten müssen. Passen wir unsere Aktivitäten nicht den sich verändernden Gegebenheiten an, lassen Frustration und Misserfolge nicht lange auf sich warten. Ein bedrückender Stimmungswandel oder gar Depressionen können die Folge sein.

Aber keine Sorge: Was zunächst einschränkend klingt, eröffnet im Umkehrschluss neue Chancen: Sobald wir unsere persönlichen Grenzen respektieren und danach handeln, verbessert sich unsere Stimmung nachhaltig und wir sind weniger anfällig für Erkrankungen.

Zwar sollten wir uns gerade im Alter von belastenden Zielen verabschieden, aber wir müssen natürlich nicht alles aufgeben. Insbesondere körperlich sollten wir uns weiterhin fordern, allerdings im gesunden Maße. Es gibt einige Sportstudien, die aufzeigen, dass z. B. ein 10-Kilometer-Lauf (bei gleichbleibendem Tempo) mit zunehmendem Alter immer schwerer fällt und die Leistung deutlich zurückgeht. Läuft man hingegen die 10 Kilometer mit wechselndem Tempo und kleinen Tempospitzen, bleibt der Organismus auch im Alter wesentlich länger leistungsfähig und der körperliche Abbau kann sich verlangsamen.

WAS SIE ÜBERS LOSLASSEN WISSEN SOLLTEN

Loslassen ist ein lebenslanger Lernprozess: Kinder und Jugendliche müssen die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren, von einem Vorhaben zum anderen springen, aber auch lernen dranzubleiben. Aus ihren Erfolgen und Niederlagen lernen sie, was sie wirklich wollen und brauchen. Als junge Erwachsene müssen wir uns auf Handlungskrisen einstellen, damit wir unseren Blick erweitern, neue Optionen wahrnehmen und Präferenzen bilden können. Dies ist ein Ausdruck der Persönlichkeit. Und im mittleren Alter? In dieser Lebensphase sollte man sich und seine Lebenspläne hinterfragen, frustrierende Vorhaben loslassen, um die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Und jenseits der 50 sollten wir uns körperlich und geistig weiterhin fordern. Aber dabei erkennen und akzeptieren, dass wir nicht mehr alles so können wie in jüngeren Jahren. Akzeptieren wir das und passen unsere Aktivitäten der jeweiligen Lebensphase an, sind wir deutlich zufriedener, überfordern uns nicht und werden seltener krank.

Jedoch ist dieser lebenslange Lernprozess keineswegs selbstverständlich. Wer sich beispielsweise in seiner Kindheit und Jugend nicht wirklich ausprobieren oder als junger Erwachsener niemals scheitern durfte, dem fällt es im späteren Lebensverlauf schwer, frustrierende Vorhaben einfach loszulassen. Das ist tragisch, denn wer nicht loslassen kann, hält strickt an alten Zielen fest. Ungeachtet der Veränderungen, die das Leben mit sich bringt. Und leider auch ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse. Um Ihnen das Loslassen zu vereinfachen, biete ich Ihnen als Karriereberater und Business Coach ein kostenloses Erstgespräch an, in dem wir Ihre aktuelle Lebensphase und Ihren Entscheidungsbedarf besprechen. So bekommen Sie Einblicke in die Möglichkeiten eines Coachings und lernen meine Arbeitsweise kennen.

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