Gibt es heute noch die richtige Berufswahl?

Berufsbilder verschmelzen oder verschwinden in Zukunft gänzlich
Die Persönlichkeit ist wichtiger als der erlernte Job.

Coaching: Investieren Sie in Ihre Persönlichkeit

Welche Ausbildung soll ich wählen? Mit dieser Frage beschäftigt sich jeder junge Mensch mindestens einmal im Leben. Spätestens dann, wenn der Übergang in das Berufsleben ansteht.

Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wir suchen einen sicherer Wohnort, einen sicheren Arbeitsplatz, ein hohes Einkommen oder sichere Zukunftsperspektiven. Dies kommt uns vertraut vor, denn so sah die Berufs- und Lebensplanung unserer Großeltern und Eltern aus. Und wenn wir ehrlich zu uns sind, dann bekommen wir diesen Rat noch heute mit auf den Weg geben. Doch ist die heutige Welt noch so gestrickt, dass wir einen Beruf erlernen, den wir auch ein Leben lang ausüben wollen und werden? Gibt es überhaupt noch den einen sicheren Arbeitsplatz?

Berufliche Laufbahnen und Lebensplanungen haben sich verändert. Sie laufen nicht mehr so statisch und linear wie es unsere Großeltern und Eltern noch kennen. Heute passen wir das Leben und die Arbeit den jeweiligen Lebensumständen an. Auszeiten, Familie, die Geburt des Kindes. All das sind Ereignisse, die eine andere Gewichtung in unserem Leben verlangt. 

Berufsbilder stehen in einem ständigen Wandel

Dem gegenüber steht die digitale Transformation, die VUCA-Welt, die Zukunft der Industrie 4.0. Wir stellen fest, dass sich Berufsbilder und Kompetenzanforderungen noch nie so schnell gewandelt haben, wie es heute geschieht. Trotzdem wird noch immer mit dem bestbezahltesten und zukunftssichersten Job geworben.

Es wird darüber diskutiert, ob es den Rechtsanwalt in seiner heutigen Form auch in Zukunft noch so geben wird. Oder wie steht es um den Immobilienmakler in 10 Jahren? Hat die KI bis dahin ganze Berufsbilder ersetzt? Wie viele Mitarbeiter einer Einkaufsabteilung werden durch die künstliche Intelligenz ersetzt werden? Berufsbilder verschmelzen, bekommen eine neue Bezeichnung oder verschwinden komplett aus der Liste der Berufsausbildung.

Heute stellt sich die Frage nach der Persönlichkeit, somit nach den Charaktereigenschaften, Motiven und Kompetenzen, die in einer Vielzahl von Teams und Branchen von Nutzen sind bzw. eingesetzt werden können. Die Stellenplattform Stepstone gibt an, dass Fachkräfte bereits vermehrt nach bestimmten Skills anstatt nach Jobtiteln filtern und suchen.

Persönlichkeit ist wichtiger als der erlernte Beruf

Seit vielen Jahren vertrete ich die Meinung, dass es wichtig ist eine gute und solide Ausbildung zu haben. Im Laufe der Berufsjahre, aber sollte vielmehr die Persönlichkeit der potenziellen Mitarbeiter/innen in den Vordergrund rücken, als nur auf den erlernten Beruf zu schauen.

In vielen anderen Ländern, gerade im angelsächsischen Raum, sind Quereinsteiger herzlich willkommen. Klar ist es interessant zu wissen woher jemand kommt und was jener schon alles gemacht hat. Aber viel wichtiger ist es zu wissen, was die Bewerberin oder den Bewerber antreibt, welche Ziele sie verfolgen, was ihnen Spaß macht und welche Kompetenzen diese Menschen auszeichnen.

Unternehmen profitieren von Menschen, die ihre Berufs- und Lebenserfahrung gewinnbringend in den Job einbringen. Die Persönlichkeit steht im Vordergrund und nicht der erlernte Beruf, den diese Bewerbin oder dieser Bewerber vor 20 Jahren einmal gemacht hat.

Leider ist das in der deutschen Unternehmenskultur noch nicht überall angekommen. Hier sind noch die alten Bilder von Beruf und Leben verankert. Ja, es bröckelt. Langsam. Die neue Denke wird sich mehr und mehr in den Unternehmen durchsetzen.

Berufliche Neuorientierung als Chance für die persönliche Verwirklichung

Schaue ich auf meine eigene berufliche Laufbahn, dann hat das nicht mehr viel mit dem zu tun, was ich einmal erlernt habe. Vom Speditionskaufmann zum Laufbahnberater und Veränderungscoach in München. In meiner beruflichen Neuorientierung hatte die persönliche Weiterentwicklung an oberster Stelle gestanden.

Meine Motive sind heute ganz andere als damals. Meine Kompetenzen und Fähigen habe ich über die vielen Jahre weiterentwickelt. Vieles dazu gelernt. Natürlich haben sich auch meine Lebensumstände verändert und dazu beigetragen, dass sich für mich neue berufliche Themen erschlossen haben. Zum Beispiel hat heute die Nachhaltigkeit einen wesentlich wichtigeren Part in meinem Leben eingenommen als früher.

Ich bin davon überzeugt, dass es in Zukunft nicht mehr nur darum geht, welchen Job jemand mal erlernt hat. Es wird vielmehr darum gehen, mit Unsicherheit umgehen zu können, Veränderungen als Chancen anzunehmen und Probleme lösen zu können. Die Entwicklung von Kreativität, interkulturelle Kompetenzen und Kommunikationsstärke werden von entscheidender Bedeutung sein.

Unternehmen müssen sich von Vorgaben vergangener Tage lösen

Meine Empfehlung ist daher, sich für eine fundierte Ausbildung zu entscheiden in der man unter beweis stellt, wie man sich in komplexen Themen einarbeiten kann sowie die Bereitschaft zeigt, in sich zu investieren. Danach geht es darum, seine Persönlichkeit zu entwickeln und seine Interessen zu erweitern, offenbleiben für das was gefordert wird bzw. was der Arbeitsmarkt verlangt und erwartet. Hungrig und neugierig bleiben.

Unternehmen spreche ich die Empfehlung aus, viel offener Neuem gegenüber zu sein. Lösen Sie sich von den starren Vorgaben vergangener Zeiten. Schauen Sie viel mehr auf die Skills, die Sie heute und in Zukunft benötigen, entwickeln Sie das tatsächliche Anforderungsprofil Ihrer Mitarbeiter/innen und investieren Sie in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter/innen.

Nutzen Sie wissenschaftliche fundierte Tools der Persönlichkeitsanalyse und -entwicklung, wie z. B. den LINC PERSONALITY PROFILER, um zu erfahren, ob die Bewerberin oder der Bewerber die von Ihnen geforderten Anforderungen erfüllen kann und wird.

Ich bin davon überzeugt, dass auf diese Weise Mitarbeiter/innen und Unternehmen noch besser harmonieren und voneinander profitieren als es heute zum Teil schon ist.

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